Malta/Estland/Belgien – My Mobility, my journey

Tallinn 04.11.19-07.11.19

Wir sind am 03.11.2019 von Cuxhaven aus nach Tallinn gereist. Am 04.11.2019 begann unser Programm mit der Vorstellung der Schulsysteme in Estland, Belgien, Malta und des deutschen Schulsystems. Im Anschluss wurde das e-assessment erklärt. Besonders interessant war hier der technische Fortschritt im Vergleich zu Deutschland. Inhalte für Prüfungen und Einstufungs- oder Orientierungstests werden von Betrieben an Innove geschickt und dort wird daraus eine Onlineprüfung erstellt. Diese Prüfungen werden an die Schulen geschickt und dort mit den Schülerinnen und Schülern durchgeführt und online ausgewertet. Diese Auswertung wird den Lehrern und jeder Schülerin/jedem Schüler für sich angezeigt. Eine Möglichkeit, die auch auf den theoretischen Teil der deutschen Prüfungen übertragbar ist.

Am Nachmittag gab es einen Einblick in die Tallinn School of Polytechnics. Eine sehr gut ausgestattete Schule mit tollen Möglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler. Wir bekamen z. B. einen Einblick in die Möglichkeiten der Programmierung von Robotern, den Mediabereich, moderne Computerräume und die Ausbildung im Elektrobereich. Den Schülerinnen und Schülern wird die Möglichkeit geboten, an schulinternen und dann auch landesweiten Wettbewerben teilzunehmen und ihr Können zu präsentieren. Besonders interessant ist die Möglichkeit der live-Übertragung von Veranstaltungen im Internet. Nicht alle Eltern haben immer die Möglichkeit aus ganz Estland zu Veranstaltungen zu reisen und können so live an den Events aus der Ferne vor dem PC teilnehmen. In einem Workshop am Nachmittag bekamen wir einen Einblick in die Fotografie und konnten mit praktischen Übungen unsere Fähigkeiten der Smartphone-Fotografie  erweitern.

Am Dienstag haben wir einen Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten an der Tallinn  Construction School bekommen. Bei einem Schulrundgang wurden die Ausbildungsunterschiede zum deutschen System deutlich. Die Schüler haben einen hohen Praxisanteil in der Schule und so konnten wir die Maurer direkt bei den ersten praktischen Übungen zu Beginn ihrer Ausbildung sehen und auch Tischler und Maler gingen ihrer Arbeit unter Anweisungen und Beobachtung ihrer Ausbilder nach. Die Schüler haben neben dem Praxisanteil auch ca. ein halbes Jahr Unterricht in den allgemeinbildenden Fächern. Einige Fächer werden auch auf Russisch unterrichtet, da ein Teil der in Estland lebenden Personen nur russisch spricht. Nach dem Mittag ging es zu einer Partnerschule der Construction School, dem Tallinn Gymnasium. Eine allgemeinbildende Schule, die von Schülerinnen und Schülern ab einem Alter von 7 Jahren besucht wird. Die jüngeren Schülerinnen und Schüler sind in der oberen Etage des Gebäudes untergebracht und während der Schulzeit gibt es bestimmte Projekte, bei denen die älteren und jüngeren Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten oder die „Großen“ die „Kleinen“ unterstützen. Die Schule ist sehr engagiert in der Nutzung von außerschulischen Lernorten und der Nutzung der Umgebung des Schulgebäudes. Der Schulgarten und die Bestimmung von Bäumen und Pflanzen um die Schule sind hier nur zwei Beispiele.

Nach der 9. Klasse können die Schüler in der allgemeinen Bildung bleiben und bis zur 12. Klasse das Gymnasium besuchen. Sie können aber auch in die berufliche Bildung wechseln und dort eine Ausbildung absolvieren.

Den Mittwoch haben wir in der Tallinn School of Service verbracht. Zuerst bekamen wir einen ausführlichen Eindruck von dem praktischen Tätigkeiten an der Schule. Die Köche bereiteten das Mittagessen der Schulkantine vor und die Servicekräfte deckten die Tische ein. Das Mittagessen ist nicht nur für die Schülerinnen und Schüler gedacht, sondern auch Personen von außerhalb können einen Tisch buchen und den Service und das Essen genießen. Im Anschluss gab es einen theoretischen Überblick über die Ausbildungsmöglichkeiten an der Schule. Besonders beeindruckend fand ich die Englischkenntnisse der Schüler und auch die Bemühungen der EnglischlehrerInnen, den Englischunterricht in den Praxisunterricht zu integrieren. So lernen die Schülerinnen und Schüler das für sie notwendige Vokabular und verlieren die Angst davor, eine andere Sprache zu sprechen. Das ist etwas, was man in Deutschland sicherlich verbessern kann.

Vor der abschließenden Feedbackrunde haben wir noch eine Präsentation von einer Mitarbeiterin von Innove bekommen. Sie hat uns gezeigt, was bisher getan wurde, um die Berufsschulen in Estland zu präsentieren und für zukünftige Schüler interessanter zu machen. Fast jede Berufsschule hat eine eigene Homepage mit professionellen Fotos und virtuellen Rundgängen.

Insgesamt war es eine sehr lehrreiche Reise mit tollen Erfahrungen und guten Ideen, die man mit nach Deutschland nehmen kann.

Belgienfahrt (H. Friedrichs, S. Neuber-Leppin, M. Schaffer, Oktober 2019)

 

 

 

Maltatreffen im Oktober 2018 (Infos folgen)

 

 

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