Hospitationen im In- und Ausland

Eindrücke von den Hospitationen

Berufliche Bildung in England Schule und Ausbildung im „Mutterland der Industrialisierung“

Doncaster liegt in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire in der Nähe und auf gleicher Höhe der Städte Liverpool, Manchester und Sheffield alle drei bekannt als traditionelle Industriestandortefür Kohle und Stahl, von denen aus die Industrialisierung im 19. Jahrhundert ihren Weg in die gesamte Welt nahm. Eine halbe Stunde Fahrt nördlich erreicht man außerdem die schöne Stadt York mit vielen alten Kirchen, Häusern, einem Schloss und einer alten Burg, Pubs und Restaurants und sogar einer echten mittelalterlichen Stadtmauer mit Türmen, auf der man um die ganze Stadt herumlaufenkann. Fans der international bekannten Fernsehserie „Game of Thrones“ können in dieser Region überall die Originalschauplätze und Geschichten aus den sogenannten englischen Rosenkriegen des 15. Jahrhunderts entdecken, die das Vorbild für die Geschichten um John Schnee, Daenerys und die Häuser Stark und Lannister sind.

Doncaster ist mit ca. 67.000 Einwohnern etwas größer als Cuxhaven, zeigt ansonsten aber viele Gemeinsamkeiten mit unserer Stadt: Neben der ländlichen, naturnahen Lage, einer vergleichsweise guten verkehrstechnischen Anbindung sowie zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten und Gastronomie hat sich die Stadt mit neuen Ideen und Geschäftsmodellen langsam aber stetig aus den wirtschaftlichschwierigen Umbruchsjahren am Ende des 20. Jahrhunderts, mit dem Verfallder alten Industriezweige, herausgearbeitet. Allerdings liegt Cuxhaven am Meer und die englische Stadt nur am kleinen aber schönen Fluss Don.

Am Doncaster College kommen täglich hunderte Auszubildende und Studenten aus der Stadt und dem Umland zusammen, um ihre Ausbildung in einem der verschiedenen Bildungsgängezu erhalten: Neben Tätigkeiten im Bildungsund Erziehungsbereich, Sozialer Arbeit, Gesundheitsberufen, Berufen im Dienst der Städte und Gemeinden, Management und anderen wirtschaftsnahen Tätigkeiten, Sport und Fitness, Lehrerausbildung, aber auch kreativen Bereichen wie Musik und Kunst sowietechnischen Berufen, können Schülerinnen und Schüler hier auch Vorbereitungskurse zum späteren Dienst in Polizei und Militär besuchen. Für sie alle gibt es in dem großen, lichtdurchfluteten Gebäude genannt The HUB neben den Unterrichtsräumen, eine Bibliothek mit Arbeitsplätzen und Medienausleihe, einen Veranstaltungssaal für Konzerte und sogar ein kleines Kino, eine große Mensa für das Mittagessen, kleinere Geschäfte, ein Fitnessstudio, eine Kindertagesstätte für Auszubildende mit kleinen Kindern und einige Verkaufsstände, an denen man jederzeit heiße und kalte Getränke bekommen kann. Das College umgibt ein Campusgenannter Platz, auf dem sich Auszubildende und Studenten treffen, in den Pausen ausruhen und spazierengehen. Diese vielfältigen Angebote sindallerdings nur möglich, weil die Auszubildenden und Studenten hier für die meisten Bildungsgänge Schulgeld bezahlen. Das müssen sie aber erst dann tun, wenn ihre Ausbildung beendet ist und sie schon ihr eigenes Geld verdienen. Die Abschlüsse, die man hier erwerben kann, werden, ähnlich wie bei uns, im ganzen Land (teilweise auch in anderen europäischen Ländern) anerkannt.

Die Unterrichtszeiten sind allerdings längerals bei uns in Deutschland:Während die meisten Schülerinnen und Schüler die BBS Cuxhaven spätestens um 15:00 verlassen, sind Abendkurse bis 18:00 oder 20:00 und eilweise sogar bis 22:00 Uhr hier keine Seltenheit. Ansonsten ähnelt das Leben am College demjenigen an der BBS: Man trifft sich morgens in der Schule, isst und trinkt in den Pausen gemeinsam am Kiosk oder den zahlreichen Sitzecken und lernt anschließend zusammen in den unterschiedlichsten Fächern und Bildungsgängen. Die Lehrer erreicht man in den kleinen Lehrerzimmern, von denen es am Doncaster College aber viel mehr gibt, als bei uns. An den Aushangtafeln informiert man sich über wichtige Termine in der nächsten Zeit und klärt Fragen im Sekretariat oder mit den Lehrkräften und Koordinatoren. In den Klassenräumen stehen zum Arbeiten – genau wie bei uns – Beamer, Smartboards und Computer bereit.

Und was ist dortganz anders? Klassenbücher sind hier bereits digital, jede Lehrkraft trägt die Schüler am PC ein oder aus, wer in seinen Klassenraum oder bestimmte Flure möchte, muss sich die Tür von innen öffnen lassen und alle Auszubildenden, Studenten, Lehrkräfte und Mitarbeiter tragen eine Chipkartemit Foto, die zugleich als Schlüssel für die Türen und Aufzüge dient. Das wird von Wachleuten am Eingang kontrolliert und in den Aufenthaltsbereichen und Aufzügen gibt es sogar Überwachungskameras. Und auch wenn das einen Besucher aus Deutschland zuerstirritiert, habe ich mich (während meines einwöchigen Besuchs Ende September 2019) dort doch sehr wohl gefühlt. Die Lehrer, Schüler und die Mitarbeiter waren alle sehr nett und offen, haben mir bereitwillig alles gezeigt und erklärt und waren außerdem selbst auch sehr neugierig, wie Schule und Ausbildung bei uns in Deutschland und Cuxhaven funktionieren.

Letztendlich kann man wohl sagen, dass die Schule, die Ausbildung und selbst die Menschen in Doncaster und in England auch nicht wesentlich anders sind, als bei uns – selbst wenn sich einzelne Einrichtungen und Vorstellungen unterscheiden mögen. Um dies festzustellen, ist es immer wieder spannend und notwendig, andere Länder zu besuchenund sich dort umzuschauen. Und wenn wir uns dann mal wieder über vermeintliche „EU-Regelungswut“ ärgern, dann sollte unsbewusst werden, dass es stattdessen um gegenseitiges Kennenlernen und das Gemeinschaftsgefühl geht, und dass es das ist, was unser Leben in der Europäischen Union wirklich ausmacht.   Christian Kuck

Fabio Bartolone verbrachte eine Woche an der italienischen Schule: „Eine super positive Erfahrung in all seinen Formen, bei der ich persönlich viel gelernt habe.

Es handelt sich um eine Mittelschule mit Schülern im Alter von 13-14 Jahren, mit Vorbereitung auf das künftige Gymnasium.

Vom ersten Tag an wurde ich von der Direktorin und den Kollegen positiv aufgenommen. Wir begannen sofort mit der Arbeit, beginnend mit dem Besuch der Klassen, wo ich sofort bemerkte, dass in der Schule der Fokus auf humanistische und künstlerische Themen liegt. In der Tat sind die Musik- und Kunststunden Pflicht.

 

Besonders interessant waren die Besuche in den Stunden des Sportunterrichts.

Aber auch der Nachmittagssport spielt (Volleyball- und Mannschaftsspiele) eine wichtige Rolle. Meiner Meinung nach waren die Kollegen sehr vorbereitet und kompetent. Auch die Besuche außerhalb Schule (z.B. Museen, Stadtverwaltung) waren sehr interessant. Sehr schön war auch die Arbeit der Schüler durch Fotos und Theaterdarstellungen zum Thema „Integration in den europäischen Schulen“. Sehr interessant ist ein zukünftiges Projekt mit der Schule mit einem möglichen Besuch von Sportlehrer Kollegen in unserer Schule BBS Cuxhaven. Viele schöne Erinnerungen an die große Unterstützung italienischer Kollegen habe ich mitgenommen. Jeder Tag, den ich mit ihnen verbracht habe, war immer sehr spannend und positiv. Die italienischen Kollegen sind kompetent, voller Initiativen und Ideen.

Eine tolle Erfahrung dank Erasmus+“

Bericht Doncaster von Petra Knuth und Sabine Neuber-Leppin (12. bis 18.11.2018)

Oksana Burlakova November 2019
(Foto folgt)Kristina Janèec und Mirela Petkovic (rechts im Bild)) aus Kroatien September 2019 (links S. Rademacher, B. Arasmus, BBS Cux)
Harald Krebs aus Teneriffa (Koch) November 2018
(vorne Stefan Brandes im Bild)
Judith Schöler und Marvis Hafner September 2018 (Deutsch, Politik, Wirtschaft, Englisch, COOL)  – ohne Foto

Hélène Douay (Deutsch/ Sport) – Oktober 2018 – ohne Foto

Salvador Jiminez Gil (Englisch) Februar 2018

Jean Luis Guido aus Nizza (Koch) Februar 2017
(links im Bild, rechts Stefan Brandes, BBS Cux)
Yolanda Cabana Torre y Belen (Erasmus+) April 2017 – ohne Foto

Patricia Mercedes Santos Campos und Manuel Moreno Ligero aus Málaga (Erasmus+) Mai 2017 – ohne Foto

Xavier Rosselló Bonet aus Íbiza (Erasmus+) August 2016 – ohne Foto

 

Hospitationsabkommen zwischen der Deutsch-Spanischen Schule Alberto Duero in Sevilla und der Fachschule für Sozialpädagogik an den BBS Cuxhaven im Rahmen des Projektes Erasmus+

Nachdem die Kollegin Margarita la Torre Salas von der Deutsch-Spanischen Schule Alberto Duero in Sevilla in diesem Sommer in Cuxhaven in den Kindertagesstätten Martinskirche, St. Willehad und der Abendrothschule sowie an den BBS Cuxhaven im Fachbereich Soziale Berufe hospitiert hat, fand nun der Gegenbesuch der Kollegin Maren Nieber in Sevilla statt.

Frau Nieber bekam die Möglichkeit das pädagogische, didaktische und methodische Konzept im Bereich der vorschulischen Arbeit der Deutsch-Spanischen Schule kennen zu lernen. Sie hatte die Gelegenheit bei verschiedenen Kolleginnen des Kindergartenbereiches zu hospitieren und im Rahmen der Unterrichtsgestaltung zu unterstützen. Im Gegensatz zu Deutschland haben die Kinder in Spanien auch schon im Vorschulalter einen Stundenplan mit Unterrichtsfächern, wie Sprache, Mathematik, Musik, Projekt. Das Besondere an der Schule Alberto Duero ist die Zweisprachigkeit, das heißt, dass mit den Kindern in erster Linie Deutsch gesprochen wird und erst dann Spanisch.

sevilla_maren-nieber_gruppenfoto In die Zeit des Besuches fiel die Vorbereitung des St. Martin Festes. Hierfür studierten die Kinder Laternenlieder und probten für die Aufführung der Geschichte von St. Martin. Höhepunkt war dann die Feier mit den Eltern, wobei die Kinder ihre Lieder präsentierten.

Besonderer Schwerpunkt des Besuches war außerdem die Vorbereitung der Praktika der SchülerInnen der Fachschule für Sozialpädagogik, die im kommenden Jahr ihre Ausbildung am Lernort Praxis im vorschulischen Bereich der Deutsch-Spanischen Schule absolvieren. Die SchülerInnen aus Deutschland bekommen bevorzugt einen Praxisplatz, weil sie Muttersprachler sind und ein gutes Sprachvorbild sein können.

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Frau Nieber konnte schon Absprachen zur Ausgestaltung der Ausbildung am Lernort Praxis mit der Leiterin des vorschulischen Bereiches Frau Susanne Pichler treffen. Der gute Einblick in die Arbeit vor Ort erleichtert es Frau Nieber Arbeitsaufträge für das Praktikum zu entwickeln und das Arbeitsfeld mit seinen Anforderungen, Aufgaben und Belastungen für die Schülerinnen genau kennenzulernen. Die SchülerInnen werden für 8 Wochen im Frühjahr/Sommer 2017 in Sevilla sein

Dieser Austausch ist nicht nur im Hinblick auf die Arbeit interessant. Er dient auch dem besseren Verständnis der Kulturen untereinander. Durch das Leben in der Familie hatte Frau Nieber die Möglichkeit Bräuche und Gewohnheiten und die besondere Gastfreundschaft kennenzulernen, die Sprachkenntnisse zu vertiefen und sich als Teil der Familie zu fühlen.

Mit der Großfamilie wurden Ausflüge nach Portugal und in historische Städte in Andalusien unternommen. Aber auch Sevilla hat Frau Nieber mit diesem Besuch genauer kennengelernt. Das Wahrzeichen von Sevilla, den Torro del Oro von innen zu sehen und die Aussicht vom Turm über die Stadt zu genießen war neben der Flussfahrt auf dem Meandro de San Jeromino bei Nacht ein besonderer Höhepunkt.

Geplant ist eine Vertiefung des Kontaktes zu Sevilla durch weitere Hospitations-Austausche im kommenden Schuljahr 2017/2018. Dann werden andere KollegInnen aus Sevilla und Cuxhaven die Möglichkeit der gegenseitigen Hospitation durch das Projekt Erasmus+ haben.

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